Die drittgrößte Stadt im hohen Norden feierte 35 jährige Geburtstagssause! Nachdem im vergangenen Jahr die Sintflut über das größte Metal Festival der Welt im beschaulichen Dorf Wacken kam und der endlose Matsch nicht weichen wollte, zeigte sich das Schleswig Holsteinische Wetter im Jahr 2026 von seiner besten Seite. Von tropischen Temperaturen bis hin zu leichter Brise und zaghaftem Regen war alles vertreten und sorgte für rundum festivaltaugliche Verhältnisse. Und auch die Anreise lief dieses Jahr reibungslos, so dass die Metalheads schon am Sonntag vor dem Festival ihre Zelte aufschlagen konnten.
Neuerungen gab es im Bereich der Bodenflächen, die vorsorglich auf über 100.000 Quadratmetern mit verlegten Bodenplatten und Abdeckungen für gesicherte Laufwege sorgten. Zudem gibt es einen befestigten Rettungsweg, der mit 850m auch als Verbindung zwischen Wacken Palza und Campingflächen genutzt werden kann und von nun an fester Bestandteil der Festivals ist.
Also alles perfekt zum 35-jährigen Jubiläum, bei dem sich die Stars der Szene auf den Bühnen praktisch überschlugen und den 85000 Metalheads aus aller Welt ordentlich einheizen konnten. Internationale Stars wie Def Leppard, Judas Priest, Savatage, In Flames, Powerwolf, Sabaton, Europe und Running Wild, die ihre allerletzte Show überhaupt gespielt haben. Insgesamt haben mehr als 200 Acts die Doppelbühnen Faster und Harder und die weiteren 7 Bühnen zum beben gebracht. Und dazu gab es natürlich wieder ein umfassendes Rahmenprogramm.
Vom Wasteland, dem obligatorischen Endzeit Areal, samt Cardrive und Feuershow, über Mittelalter Themen, Workshops, Yoga, Akustik Sets, DJ Sets, Podcasts, Talkrunden, Movie Night, Metalchor, Lesungen,Walking Acts und dem unvergleichlichen Mambo Kurt war alles dabei. Ein großartiges Heavy Metal rundum Wohlfühlpaket. Den offiziellen Startschuss setzte am Mittwochnachmittag der traditionelle Infield Run, bei dem sich die Ereignisse praktisch überschlugen und unter lautem Jubel zu „Ace Of Spades“ von Motörhead die besten Plätze vor den Main Stages in Beschlag genommen wurden.
Um 16 Uhr machten dann die japanischen Love Bites auf der Faster Stage den Anfang und bereiteten das Infield auf 4 Tage voll irrsinniger Konzertereignisse vor, während die ukrainischen The Hardkiss auf der Louder Stage mit ihren hymnischen Rockmelodien einheizten. Die Faster Stage wurde am frühen Abend von den chaotisch anmutenden The Butcher Sisters in Grund und Boden gefeiert, bevor es von Electric Bassboy, der sogenannten Problemseite von Electric Callboy, seltsame Auswüchse annahm und der Holy Grund irgendwo zwischen Hardstyle und Rave in den Boden gestampft wurde.
Schulterzucken, oder Headbangen?
Traditoneller wurde es dann zum späten Abend glücklicher Weise auf der W:E.T Stage mit Rose Tattoo. Angry Anderson und seine australische Combo lieferten verlässlichen Rock`n Roll, mit Attitüde und kantigen Riffs, vertraut und zuverlässig.
Der Donnerstag brachte mit den H-Blockx kultigen Crossover auf den heiligen Acker.
Songs wie „Risin High“ und „Move“ haben eine ganze Generation geprägt und stehen auch im Jahre 2026 immer noch gut da und sorgten vor der Louder Stage für massive Begeisterung. Noch mehr Ehrfurcht und Kult zog danach über die die Harder Stage. Gitarrengenie Uli John Roth feierte auf der Harder Stage den 50. Geburtstag der Scorpions „Virgin Killer“ Scheibe. Zusammen mit zahlreichen Gästen, wie Kreator Mastermind Mille, frischte das Kultalbum nochmals auf und erreichte eine übergreifende Masse an neuen Fans der fantastischen Gitarrenkunst. Weiter im Bereich des unumstößlichen Kultes führten die schwedischen Ikonen von Europe.
Stadiontaugliche Performance und die immer noch fantastische Stimme von Joey Tempest ließen den Holy Ground wahrhaft entflammen und starteten mit „Rock The Night“, „Cherokee“, „Carrie“ und der Welthymne „The Final Countdown“ ein Hit an Hit Set. Giganten auf Wacken, bei denen mitsingen nicht nur Pflicht war, sondern ein fest geschriebenes Muss! Etwas wilder wurde es dann im Wasteland auf der gleichnamigen Wasteland Stage. Metalikone Sabina Classen, vielen als Frontröhre von Holy Moses bekannt, und ihr 90er Jahre Underground Projekt Temple Of The Absurd feierte Reunion auf dem Wacken Open Air 2026.
Alte und neue Thrash Fans zogen mit breitem Lächeln vor die Bühne und ließen Haare und Kutte im Wind wehen. Ein starker, selbstbewusster und echter Auftritt, der im Herbst des Jahres hoffentlich mit einem neuen Album Vollendung finden wird. Ein starkes Thrash Fest von Temple Of The Absurd.
Schnell, hart und sympathisch.
Und nach dem Back To The Roots Faktor stand der folgende Gig dazu absolut im Kontrast. Evil Jared und Krogi versprühten den kompletten Wahnsinn auf der Wasteland Stage. Da wurde alles und nix geboten. Punk Spirit, Party, Chaos, spontane Aktionen, Trinkspiele und das alles zu einem bunten Karaoke Mix. Irgendwie absurd, aber dennoch passend. Wahnsinn und Eskalation auf einem neuen Level.
Danach brauchte es dringend wieder echte Musik auf die geschundenen Gehörgänge. Was konnte da besser passen als die britischen 80er Legenden Def Leppard, die den Donnerstagabend nochmals in die Ära des intensiven Haarspray Gebrauchs zurück führten.
Ein weltweites Rockphänomen, das endlich den norddeutschen Acker in seinen Bann ziehen durfte und einen bunten Mix ihrer Klassiker zum besten gab.
Alben wie „Pyromania“ und „Hysteria“ haben Nachdruck hinterlassen und perfektionierten den Charme der 80er Jahre mit harten Riffs.
Def Leppard haben das Wacken Open Air 2026 veredelt und für unvergessliche Momente gesorgt.
Am Freitag und Samstag entwickelte sich die Wetterlage in eine geradezu perfekte Festivalgrundlage.
Nicht zu heiß und nicht zu kalt, auch wenn man sich in den Abendstunden schon ein Jäckchen drüberwerfen musste.
Aber dem konnte man freudig entgegentreten, schließlich durften die Dunkelmetal Veteranen von Paradise Lost die Faster Stage verfinstern und mit ihren schwermütigen, melodischen Songs begeistern.
Bevor es dann mit Danko Jones etwas wilder und zackiger daherging. Ohne gr0ße Bühnenshow, oder riesige Produktion wurde gradliniger und ehrlicher Rock`n Roll abgeliefert.
Der Kanadier wusste ohne Schnickschnack zu überzeugen und heizte mit „Guess Whos`s Back“, „Get High“, „Everyday Is Saturday Night“ und „I Love It Louder“ ordentlich ein.
Mit Zakk Wylde und seiner Black Label Society wurde es dann ehrfürchtig auf dem heiligen Acker.
Der Amerikaner präsentierte sich gut gelaunt und in absoluter Höchstform.
Meisterhafte Arrangements, gepaart mit Gefühl und unfassbarer Energie ließen „Funeral Bell“ und „Stillborn“ zum Erlebnis werden und schon fast andächtig staundende Metalheads zurück.
Dem nächsten Auftritt sahen die Wackenjünger mit großer Freude entgegen. Keine geringeren, als die legendären britischen Heavy Metal Ikonen von Saxon sollten ihren krankheitsbedingt abgesagten Auftritt vom Vorjahr nachholen und den wahren Heavy Metal Spirit über den Holy Ground fegen lassen.
Biff Byford und seine Mannen hatten die stehende Masse von Anfang an fest im Griff und ließen mit „Wheels Of Steel“, „Crusader“, Denim And Leather“ und dem fantastischen „Princess Of The Night“ ein weiteres Mal die Herzen und Kutten in ungeahnte Höhen fliegen.
Ein wenig drastischer ging es dann später mit den schwedischen Melodic Death Metal Stars In Flames weiter.
Ihr intensiver Göteborg Sound übersteht seit vielen Jahren sämtliche Trends und brannte auch auf dem diesjährigen Wacken Open Air lichterloh.
Anders Fridens unverkennbare Vocals und die magnetische Wirkung von Songs wie „The Jester Race“, „Clayman“und dem unumstößlichen „Only For The Weak“ konnten ein weiteres Mal die Massen in ihren Bann ziehen und den Circle Pit in unfassbare Ausmaße anschwellen lassen.
In Flames, einfach nur großartig und immer den Weg zur Bühne wert.
Genau wie die unantastbaren Judas Priest, die rund um den Metalallvater Robert Halford zu einer Leder- und Nietenbesetzten Show einluden.
Dargereicht wurde Metalgeschichte at its best, samt dem berühmten Motorrad auf der Bühne und dem feschen Einsatz der provokanten Peitsche.
Die unvergleichliche Stimme von Halford schien nicht müde zu werden und so brachten „Painkiller“, „Hellbent For Leather“ und „Breaking The Law“ die Augen zum leuchten und die Ohren zum glühen.
Das war Heavy Metal! Das war Kult in Reinform!
Das war Wackengeschichte! Einfach fantastisch!
Der Samstag eröffnete mit Comedy Star Torsten Sträter, der im Bullhead City den Tagesauftakt geben sollte und auch schon zu frühester Uhrzeit den Platz vor der Bühne mehr als gut füllen konnte.
Mit launigen Anekdoten, frechen Einwürfen und einer wirklich nicht erfundenen Geschichte seines ersten Wackenbesuches im Jahr 2019.
Nun gut, weiter gezogen ins Infield, wo die umwerfenden Heavysaurus wahrlich nicht nur Kinderaugen zum glitzern brachten.
Die Dino Metal Band entwickelte sich stetig zum waschechten Highlight des Vormittages.
Horden von Plastikdino Fans bevölkerten das Festival und „Kaugummi Ist Mega“, „Pommesgabel“ und „Luftgitarre“ machten einfach nur Freude und ließen die Stimmung kochen. Zauberhafte Texte, röhrende Gitarren, eine gute Portion Spaß und eine ebenso klare und liebevolle Message zogen über den Acker, machten schlichtweg einfach rundum glücklich.
Der folgende Auftritt stand dazu in krassem Gegensatz, denn Szene Frischling Kim Dracula, seineszeichens Metal Cover TikToker aus Tasmanien, heizte den neugierigen Fans mit einem extremen Crossover aus Metal, Rap, Jazz und Industrial ein, der sich tatsächlich erstmal eigewöhnen musste, dann aber kräftig anzog und für deftige Circle Pits in den vorderen Reihen sorgte.
Frischer Wind im State Wacken. Künstlerisch frei, theatralisch, intensiv und irgendwie wahnsinnig. Kim Dracula passt einfach in keine Schublade!
Und das ist gut so!
Nach einem Ausflug über die Dorfstraße durften wir dann an einem ganz besonderen Erlebnis teilhaben.
Die schwedischen Senkrechtstarter Avatar luden nämlich im Landgasthof zu einem ganz intimen Akustik Set ein.
Der Zugang war stark limitiert, die Tickets konnten nicht gekauft werden, sondern nur am Wacken Foundation Stand gewonnen werden, indem man sein Glück am Glücksrad herausforderte.
Belohnt wurden die begeisterten Fans eine volle Stunde lang mit „The Eagle Has Landed“, „Dont Go In The Forest“, „The Dirt I`m Buried In“ und jeder Menge humorvoller Einlagen.
Ein Event, so besonders und großartig wie das Wacken Open Air selbst.
Zurück auf dem Festivalgelände rockten die australischen Wildfänge von Airbourn.
Bevor Powerwolf ein vollmundiges und massiv beeindruckendes Metal Theater aufführen sollten.
Zu ganz später Stunde lieferten Triptykon auf der Louder Stage ein grandioses Set ab, das mit langen, intensiven Phasen nachhaltig beeindrucken konnte.
Über Celtic Frost Klassiker bis hin zu aktuellen Triptykon Songs kreierten Tom Warrior und seine Truppe ein finsteres Manifest, das sich tonnenschwer und kalt über das Gelände rollte.
Ein würdevoller Auftritt auf höchstem Niveau!
Das Wetter hat komplett mitgespielt, es gab epische, fantastische und emotionale Auftritte auf den ganz großen und kleinen Bühnen.
Die Stimmung war durchweg positiv und alle hatten wirklich Spaß.
Ein gelungenes Spektakel!
Wir sehen uns im nächsten Jahr!
Wenn es vom 28.07. 2027 bis 31.07.2027 wieder heißt:
PARTY ON! Rain Or Shine!!!





























































